Weltfrauentag 2024 im K mit dem Film „Eren“

Menschenrechte in Gefahr

Seit zwanzig Jahren bereits gestaltet das Eschborn K diesen Tag, der 1911 das erste Mal ausgerufen wurde, zusammen mit der Frankfurter Sektion von Amnesty International. Die Erinnerung an das Unrecht, das Frauen und Mädchen weltweit nach wie vor widerfährt, ist leider auch heute nach über 100 Jahren noch nicht überflüssig sondern sogar noch dringlicher geworden.

Amnesty setzt sich seit vielen Jahren auf der Grundlage der Allgemeinen Menschenrechte für Frauen ein, die staatliche Gewalt erfahren, weil sie für Freiheit, für sexuelle Selbstbestimmung und freie Meinungsäußerung kämpfen.

Die täglichen Nachrichten machen allerdings deutlich, dass Menschenrechte keine festgeschriebenen Gesetze sind und von Regierungen nach Belieben ausgelegt werden. Dazu berichteten Georg Schäfer von Amnesty und Roland Zenk vom AK Flüchtlinge Eschborn im einleitenden Interview einem aufmerksamen Publikum. Besonders Roland Zenk, der sich auch kritisch zu den Asylgesetzen äußerte, konnte viele Beispiele gelungener Integration aus seinem 10-jährigen Engagement geben und zeigte damit, was Menschlichkeit bewirken kann.

Der anschließend gezeigte Film „Eren“ porträtiert eine Frau, die sich trotz staatlicher Verfolgung unerschrocken weiter für Andersdenkende und gegen Folter einsetzt.

Gegen Eren Keskin, der Trägerin des Amnesty Menschenrechtspreises, liegen 140 Strafanzeigen des türkischen Staates vor. Die Kurdische Anwältin kämpft seit vielen Jahren gegen sexuelle Gewalt, die in der Türkei vorwiegend durch Polizei und Militär ungestraft ausgeübt wird. Wir wissen, dass sexuelle Übergriffe auch in den aktuellen bewaffneten Konflikten in der Ukraine, im nahen Osten, in Haiti in grausamster Weise als Kriegswaffe eingesetzt werden und zur Barbarei führen.

Am Ende des berührenden Filmporträts wirkt die Anwältin deprimiert und mutlos und fragt sich, wann die Prozesse gegen sie eröffnet werden und sie im Gefängnis landen wird. Im Gespräch mit ihrer Mitarbeiterin schöpft sie Hoffnung: Solange  Druck auf den türkischen Staat ausgeübt wird, die Menschenrechte einzuhalten, kann sie weiter gegen Willkür und Unrecht kämpfen.

Mut braucht Schutz! Mit dieser Überzeugung erinnert Amnesty immer wieder an die Situation dieser tapferen Frau und sorgt dafür, dass ihre Arbeit öffentliche Aufmerksamkeit und Unterstützung erfährt.