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Auf der Bühne: Oliver Leicht und der Salon

Der ‚Salon’, das sind Kleiner & Rubow, genauer gesagt Ulf Kleiner, der Klavier spielt, seitdem er denken und laufen kann. Der war schon früh fasziniert vom Rhythmus, dem Puls, der im Swing, aber auch im Funk & Soul und in vielerlei moderner Musik steckt. Ulf Kleiner (Piano, Rhodes, Keys) arbeitet mit Bands wie DePhazz, Fola Dada oder Jazzteam.

Und natürlich Oli Rubow (Drums, Echo & Fx) – ebenfalls Mitglied bei Hattler, Jazzanova und DePhazz. Der ist auf musiklischem Gebiet die »menschliche Schnittstelle zwischen analog und digital« (H. Hattler), nicht nur weil er beides toll spielt, sondern auch von einem nicht bremsbaren Interesse erfüllt ist, was an Erforschen und Tüfteln angeht.

Aber auch Oli Leicht (Sax, Clarinet & Fx), Mitglied der HR-Bigband (plus Efrat Alony, Hanno Busch), ist bei seinen Projekten stets auf der Suche nach der passenden Melange aus akustischer und elektronischer Musik.

Bei einem Abend der von ihm initiierten Reihe ‚Der temporäre elektronische Salon‘ in Frankfurt improvisierten Kleiner, Rubow & Leicht einen gesamten Abend House-Musik – mit großer Freude und vor begeistert tanzendem Publikum.

Die drei bilden eine kleine bewegliche Formation, die einerseits einen wandelbaren Sound hat – von kammermusikalisch bis elektronisch und druckvoll. Und auf der anderen Seite spielerisch und spontan zwischen Loops, Improvisationen und Songs wechseln kann. Zusammen werden die drei eine Klangreise antreten, die irgendwo zwischen Jazz, Trip Hop, Elektronik & Dub ihren Weg findet.

Weil neues Jahr und überhaupt gibt es mal wieder einen Post-Opener. Das ist das Live&Jam Urgestein Oliver Stuckard (ja, der dritte Oli heute Abend!) mit seiner Band. Und der sagt: „Vor guten sechs Jahren haben wir beschlossen, dem Defizit in Sachen Jazz/Funk entschlossen entgegenzutreten. Mit eigenen Stücken und Arrangements geben wir unseren Songs einen möglichst unverwechselbaren Sound. Die Experimentierfreude und Spielfreude steht für die Band dabei im Vordergrund.“ Das sind dich insgesamt sehr gute Aussichten für den Start in das neue Jahr Live&Jam!

 

Nachlese


 

 

Sie würden „Musik an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine“ machen, so Oliver Leicht. Mit genau dieser Musik eröffneten er und sein „Salon“ am letzten Sonntag im Januar die zweite Hälfte der Sessionsaison 2019/2020. „Der Salon“, das sind Oli Rubow an den Drums und Ulf Kleinert an den Keyboards, einem Fender Rhodes sowie einem Masterkeyboard. Bandleader Oliver Leicht spielte ausschließlich seine Klarinette.

Und dann waren da noch die Maschinen … Eine umfangreiche Ausstattung an Effektgeräten, Computern, Mischpulten und Kabeln an allen drei Instrumenten rundeten den Eindruck ab, man sei eher in einem Studio als auf der analog geprägten Bühne des Eschborn K. Schon nach den ersten Klängen wurde deutlich, dass die drei Meister ihrer Instrumente ihre elektronischen Helfer zielsicher einzusetzen wussten, um den Zuhörern neue und unbekannte Klangsphären zu eröffnen. Die Elektronik wurde dabei nie zum Selbstzweck, sondern vergrößerte die Klanglichkeit der akustischen Instrumente und entwickelte ihre Ausdrucksmöglichkeit weiter. Ausgehend von vertrauten Klangstrukturen – liedhaften Patterns, klezmerartiger Melodik oder groovenden Harmoniependeln – entfalteten die Drei teils sehr lange Improvisationen. Dass der weiche Klang des Rhodes und der geschmeidig warme Klang der Klarinette nicht in Undeutlichkeiten verschmolzen, war vor allem der Fähigkeit der Musiker geschuldet, einen groovenden Puls und rhythmisch feinste Binnenstrukturen immer wieder neu zu entwickeln, neu zu beleben, und dadurch den gesamten Strom ihrer Klänge bis zum Nachhall spannungsvoll zu erhalten.

Temperamentvoll ging es dann beim Postopener des Abends, der Band „Monofunk“, zur Sache. Martin Gerken (p), Benjamin Fischer (dr), Nicolai Schneider (b), Martyn Dhgam-Weller (git), Moritz Wolf (trb), Marcel Schmid (ts) und Oliver Stuckard (tr / flh) – 7 Musiker aus dem Raum Darmstadt sind dem Eschborn K schon durch frühere Auftritte freundschaftlich verbunden und leiteten mit Mamboklängen und Funky Sounds zur Session über. Trotz Umbesetzungen in der Band vor nicht allzu langer Zeit, spielten sie sehr gut aufeinander eingespielt, kraftvoll und mit sehr frischem Sound. Selten war das Auditorium so gut gefüllt. Und schnell war man sich einig, dass dies ein fulminanter musikalischer Start ins Eschborner Kulturjahr 2020 war.

Heiner Geerlings

 

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Datum

26 Jan 2020
Abgelaufen!

Uhrzeit

19:00

Ort

Eschborn K
Jahnstrasse 3, Eschborn
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