Saturday’s Playground: Jazz+Lesung – Chet Baker – FÄLLT LEIDER AUS

Sein Stil war lyrisch und melancholisch. Er spielte die Trompete wie kein Zweiter und sein Gesang war sensationell.
In den 1950er Jahren war der gerade einmal Anfang zwanzigjährige Chet Baker ein angesagter Musiker, ein Meister an der Trompete. Selbst der seinerzeit schon berühmte Jazz-Trompeter Miles Davis äußerte sich anerkennend über den aufstrebenden Bläser, der später ein stilprägender Vertreter des „Cool Jazz“ wurde. Seine Karriere begann Baker mit Auftritten im seinerzeit legendären Gerry Mulligan Quartett. Seine musikalisch-stilistische Heimat, in der er es zu absoluter Meisterschaft brachte, war die Ballade.

Die S/W-Fotografien, die der US Fotograf William Claxton ab etwa 1953 von ihm machte, und die häufig eine Nähe zu James Dean erkennen ließen, unterstützten seine Bekanntheit in Künstler– und Musikerkreisen jener Zeit auf ganz markante Weise. Zur Mythenbildung trugen tragischerweise auch seine Drogenprobleme, Gefängnisaufenthalte und sein mysteriöser Tod durch einen Fenstersturz in einem Amsterdamer Hotel 1988 bei.

Dieser Chet-Baker-Abend ist Auftakt einer Reihe, die das Eschborn K exklusiv mit namhaften Jazzmusikerinnen und –musikern aus der Region gestaltet. Die Musik und die „Story“ rund um das Leben und Leiden, den Ruhm und manchmal auch die Tragik der großen Figuren des Jazz bringen wir auf die Bühne, weshalb wir neben Livemusik das gesprochene Wort stellen, um schillernde Persönlichkeiten des Jazz aus allen Perspektiven zu beleuchten und kennenzulernen.

Wenn zum Auftakt Chet Baker im Mittelpunkt steht, so wird seine musikalische Stimme der Trompeter Marko Möbus sein, aufstrebendes Jungtalent aus der Region, der mit seinem Ensemble Bakers Musik auf höchstem Niveau präsentiert. Die Bühne teilt er sich mit Sprecher Michael Heinz, der als erfahrener Moderator bei Radio X seit Jahren Jazzgeschichte lebendig macht. In einer anregenden Mischung von Musik und Rezitationen aus autobiographischen Texten und Zeitdokumenten entsteht ein besonderes, persönliches Bild des großen Künstlers Chet Baker.

Der am Tag zuvor im Eschborn K gezeigte Spielfilm „Born to be Blue“ von 2015, der ebenfalls den „James Dean des Jazz“ (gespielt von Ethan Hawke) in den Mittelpunkt stellt, rundet den Auftakt der Reihe im Eschborn K ab, die in unregelmäßigen Abständen weitere Jazz-Legenden vorstellen wird.