Internationale Kunst-Avantgarde in Eschborn



Ein Flügel und eine ungeheure Vielzahl an Kabeln. Die Leinwand noch ohne Projektion. Die Flötistin Maruta Staravoitava aus Weißrussland betritt die Bühne und geht noch eine Stufe höher. Die ersten Töne ihres Flötenspiels sind Grundlage für elektronische Klänge. Die Projektion beginnt. Der Film zeigt Strukturen. Man erkennt eine menschliche Augenpartie. Die Flötistin selbst ist Teil der Projektion, in die sie hineinragt. Die Klänge der Flöte, die sie hervorruft, werden Teil der elektronischen Klänge, die Vinicius Giusti aus Brasilien an der Elektronik erzeugt. Sie verschmelzen mit den akustischen Klängen und dem Film. Eine Einheit entsteht. Ein Erlebnis aus Klang, aus Musik, aus Kino. Sämtliche Elemente der Darbietung bewahren ihre Selbständigkeit und ziehen das Publikum in ihren Bann. Ein intensives Erlebnis für die Sinne, die Teil der Darbietung werden.

Die japanische Pianistin Rei Nakamura versammelt immer wieder auf’s Neue Musikerinnen und Musiker um sich, die sich den neuen Medien hingeben, damit arbeiten und mit ihr gemeinsam auftreten. Ihrem präparierten Flügel entlockt sie im zweiten Stück Töne, von denen niemandem bewusst war, dass es sie gibt. Die fünf Stücke der Aufführung am Freitag, den 3. Mai 2019 im Eschborn K wurden speziell für Rei Nakamura und ihren MusikerInnen geschrieben und ihr gewidmet. Bereits vierzig dieser multimedialen Stücke hat Rei Nakamura in den Kulturhauptstädten in der ganzen Welt aufgeführt. Sie sind Teil des Projektes “Movement to Sound – Sound to Movement“ für Klavier, Elektronik und Klavier, mit dem sie in Ländern wie Schweden, Spanien, Dänemark, Japan, Argentinien und England und anderen aufgetreten ist.

Bei ihrem Konzert in Eschborn, das sich damit international einreiht, kam beim letzten Stück die Komponistin Ida Lunden aus Schweden hinzu und bediente die Elektronik als Musikinstrument, so dass hier wieder ein ganz neues Klangerlebnis entstand. Der Film auf der Leinwand zeigte in mehreren Segmenten eine Performance mit Straßenlinien und einer schwarz gekleideten Darstellerin, die sich darüber beugt und somit Verbindungen herstellt, Brücken schlägt. Dieses Stück erlebte in Eschborn seine Uraufführung. Eschborn ist hier erneut Kulturbotschafter nach Europa und in die Welt.